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H. S. Eglund

Schriftsteller • Writer • Publizist

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© Priwatt/Anne Fischer
  • Kay Theuer von der Firma Priwatt hatte ein Balkonmodul zur Veranstaltung mitgebracht. © Jürgen Schrödl
  • Zum Auftakt demonstrierten Kay Theuer und Heiko Schwarzburger, wie Balkonkraftwerke funktionieren. © Jürgen Schrödl
  • Es entspann sich eine angeregte Diskussion darüber, welche Möglichkeiten die Solartechnik im städtischen Millieu bietet. © Jürgen Schrödl
Freitag, 5. April 2024

Treffpunkt Sonnenbürger in Leipzig: Mehr Sonnenstrom für Mieterinnen und Mieter!

Sitzen beim sogenannten Mieterstrom die Mieter und Vermieter wirklich in einem Boot? Ob Balkonkraftwerke oder gemeinschaftliche Anlagen auf dem Dach von Mehrfamilienhäusern: Eigentümer und Mieter haben nicht immer die selben Interessen. Oder doch?

Beim zweiten Treffpunkt Sonnenbürger am 3. April 2024 im Kulturzentrum Budde-Haus im Leipziger Stadtteil Gohlis wurde kräftig diskutiert. Erneut fanden sich zahlreiche Interessenten ein, um ein heißes Thema der Energiewende zu erörtern.

Es ging nicht nur darum, wie Mieterinnen und Mieter von der solaren Energiewende profitieren. Sondern vor allem darum, wie es gelingt, die Vermieter und Eigentümer der Gebäude ins Boot zu holen.

Ratgeber 2024: 222 Tipps für solaren Eigenstrom

Die Veranstaltung zeigte: Sich an der solaren Energiewende zu beteiligen, ist oft einfacher, als zunächst vermutet. Mit dem anstehenden Solarpaket, das bis zum Sommer durch den Bundestag gehen soll, wird die Sache noch einfacher. Dann fallen wesentliche Hürden für gemeinschaftliche Solaranlagen auf Mehrfamilienhäusern.

Podcast: Darum brauchen wir eine starke Solarindustrie

Gastgeber war Heiko Schwarzburger, Chefredakteur des Fachmagazins photovoltaik. Im soziokulturellen Zentrum Budde-Haus in Leipzig-Gohlis diskutierte er mit Kay Theuer von der Leipziger Firma Priwatt.

Priwatt ist Pionier bei Balkonkraftwerken, die übrigens nicht nur an Balkonen errichtet werden können. Kay Theuer berichtete über Erfahrungen mit Mieterinnen und Mietern, die sich für kleine Kraftwerke interessieren, über die Hürden bei Vermietern und Verwaltern und den Selbstbau von Anlagen.

Webseite der Firma Priwatt

Der große Saal des Budde-Hauses war gut gefüllt. Schnell entspann sich ein Ideenaustausch mit dem Publikum, das Fachleute und Laien vereinte. Nun richten sich die Blicke nach vorn, auf den nächsten Termin im Herbst:

Urbane Solartechnik: Chance oder Fluch für die Architektur?
Solare Energiewende – Mehr Demokratie wagen!
Gespräch und Diskussion am 18.9.2024 ab 19 Uhr
Saal des Budde-Hauses – Soziokulturelles Zentrum Leipzig-Gohlis
Lützowstraße 19, 04157 Leipzig

Hier finden Sie alle Veranstaltungen der Budde-Villa in Leipzig-Gohlis.

Die Veranstaltungsreihe Treffpunkt Sonnenbürger soll Bürgerinnen und Bürger Leipzigs ermuntern, die Energiewende in die eigenen Hände zu nehmen. Sie bringt Menschen und ihre Projekte zusammen, um nützliche Informationen auszutauschen und vorhandene Kompetenzen und Erfahrungen zu nutzen.

Auch konträre Argumente kommen zur Diskussion. Veranstalter sind das Budde-Haus und das Fachmedium photovoltaik, vertreten durch Chefredakteur Heiko Schwarzburger.

Erster Treffpunkt Sonnenbürger in Leipzig wurde voller Erfolg

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© H.S. Eglund
  • Nach dem Krieg war die dänische Verfilmung weltweit ein großer Erfolg. © H.S. Eglund
  • Martin Andersen Nexö kurz vor seinem Tod in Dresden. © Archiv
Sonntag, 31. März 2024

Martin Andersen Nexö: „Alle lebendigen Menschen sind auch Dichter“

In seinem Roman Ditte Menschenkind erzählte der Däne die harte Lebensgeschichte einer jungen Frau, die in Armut aufwuchs und in Armut starb. Bildung blieb ihr verwehrt, aber ihre Menschlichkeit war kaum zu übertreffen. Die soziale Aufgabe harrt weiterhin ihrer Lösung.

Mit Dänemark teilen wir eine Grenze, doch ist es den meisten Deutschen weiter entfernt als böhmische Dörfer. Vielleicht kennt man die kleine Meerjungfrau von Hans-Christian Andersen, dem Märchendichter aus Odense.

Oder die Olsenbande, besonders im Osten populär bis zum Überdruss. Oder Prince Hamlet of Denmark, dem freilich der englische Dichter Shakespeare zu Weltruhm verhalf.

Ein weißer Fleck?

Literarisch scheint Dänemark ein weißer Fleck, zumindest für Leserinnen und Leser südlich seiner Grenze. Ausreichend Anlass, einen herausragenden Schriftsteller neu zur Hand zu nehmen: Martin Andersen, der als Kind mit seiner Familie von Kopenhagen nach Nexö übersiedelte, auf der Insel Bornholm gelegen.

Der vor siebzig Jahren in Dresden starb, weil ihm die dänische Heimat verleidet war. Zu stark waren die restaurativen Tendenzen nach dem Krieg, zu stark die Hoffnung auf eine bessere Welt, in der Armut und Knechtschaft der Vergangenheit angehören.

Im offiziösen Kanon der DDR

In der DDR gehörte Nexö zum offiziösen Kanon, wurde verehrt wie Maxim Gorki – oder beinahe. Seine Romane Pelle der Eroberer oder Morten der Rote wurden als proletarische Meisterwerke gefeiert. Als Ausdruck des sozialistischen Siegeszugs in Skandinavien, das für die meisten Leser unerreichbar fern jenseits der Mauer lag.

Dass der Dichter nach dem Krieg in die DDR übersiedelte, spielte der Propaganda in die Hände. Es war der sächsische Ministerpräsident Max Seydewitz, der den Dänen im Jahr 1951 einlud.

Seydewitz hatte die Nazi-Herrschaft im schwedischen Exil verbracht, lernte dort Nexös Werke zu schätzen. Hochbetagt mit 84 Jahren starb Nexö schließlich in seiner Wahlheimat an der Elbe.

Das Proletariat hat versagt

Die proletarischen Romane Nexös werden heute leicht als verstaubt, vergilbt, vergessen abgetan. Wer will noch alte Geschichten über den Kampf (der Klassen) gegen Armut, für Gerechtigkeit lesen? Heute, da wir wissen, dass die ach so klassenbewussten Arbeiter fürchterlich versagt haben.

Denn sie brachten Stalin an die Macht, Hitler und Mao. Tatsächlich gleiten diese Romane immer dann in politische Klischees ab, wenn es um Klassenfragen geht, um politische Statements.

Man ist an Gorkis Mutter erinnert. Früher Pflichtlektüre in den Schulen Ostdeutschlands, ist dieses Buch mittlerweile in der Versenkung verschwunden. Zumal sich Gorki als Freund Stalins profilierte, als linientreuer Agitator, der Gulag und roten Terror ausdrücklich begrüßte.

Zeitlose literarische Substanz

Ganz anders dieses Buch: Ditte Menschenkind. Es erschien 1920, Nexö schrieb vier Jahre daran. Es zeichnet die dramatische Lage der untersten Schichten in Dänemark zur Jahrhundertwende, erzählt vom Rand einer reichen Gesellschaft, die erst in späteren Jahrzehnten soziale Programme auflegte und beispielhaft umsetzte. Dieses Buch hat eine zeitlose literarische Substanz, die keiner ideologischen Erosion unterliegt.

Ditte wird als uneheliches Kind geboren, schon per Taufschein zur Außenseiterin degradiert. Sie wächst in einer Familie von Lumpensammlern auf. Allein damit sperrt sich der Roman gegen die Vereinnahmung durch die Apologeten der sogenannten proletarischen Literatur.

Der Bodensatz der Gesellschaft

Lumpensammler, bei Karl Marx als Pauper abgestempelt, standen weit unterhalb der Fabrikarbeiter. Sie waren der Bodensatz der Gesellschaft, sind es bis heute – als Obdachlose, Empfänger von Hartz IV oder Bürgergeld, Menschen auf der Flucht, auf der Suche nach Schutz, Asyl. Die Frauen dieser Schichten waren – und sind – besonders gefährdet.

Zu Elend und Armut kommen sexuelle Ausbeutung und Mutterschaft, ob ungewollt oder gewollt, das spielte keine Rolle. Spielt es bis heute nicht, wie die Debatten männlicher Herrschaftssysteme über Verhütung, Abtreibung oder sexualisierte Gewalt beweisen.

Das schwierigste Thema überhaupt

Martin Andersen Nexö wagte sich an das schwierigste Thema überhaupt: Mutterschaft, an die Rolle der Mütter in der Gesellschaft schlechthin. Das ist kein politisches Thema, sondern humanistisch angelegt. Dittes Lebensweg vom kosmischen Funken ihrer Geburt bis zu ihrem frühen Tod ist eine großartige Erzählung, dass Armut menschengemacht ist, unglaubliche Verschwendung von Menschen, Lebenszeit und Liebe.

Ditte wird als Komet eingeführt, als neuer Stern am Firmament der Menschheit, und ihr Leben zieht seine Bahn über den Himmel, bis der Komet verlischt, viel zu früh, gescheitert an den Umständen. Als Ditte mit Mitte zwanzig stirbt, teilt sie das tragische Los vieler Frauen ihrer Zeit.

Unterernährt, am Ende ihrer Kräfte

Unterernährt, über ihre Kräfte beansprucht und dennoch hilfsbereit bis zur Selbstaufgabe kämpft sie gegen Egoismus, Gier und fehlendes Mitgefühl – um am Ende alles zu verlieren. Es ist ein großartiges Buch, ein sozialer Roman, der die Schwierigkeiten von alleinerziehenden Müttern auf die Tagesordnung hob.

Obendrein ist Dittes Geschichte meisterhaft erzählt. Das Herz ist der stärkste Sprengstoff, heißt es im Roman. Tatsächlich nimmt uns der Autor an die Hand, führt uns an die raue, unwirtliche Küste Dänemarks – in eine Zeit, die Gott sei Dank nicht mehr existiert, soziale Vergangenheit markiert.

Der Aufstieg sozialistischer Ideen

Gott zu danken, führt am Kern vorbei, denn Nexös Roman spielte beim Aufstieg sozialistischer Ideen in Skandinavien eine wichtige Rolle. Das dänische, schwedische oder norwegische Modell von Gemeinschaft und sozialer Verantwortung löst sicher nicht alle Probleme. Aber es hat sich als beispielhaft erwiesen – ist es bis heute.

Die soziale Emanzipation der Frauen hat gedauert, und sie dauert noch an. Keine Veränderung der Gesellschaft wirkt so durchgreifend und mächtig, wie das Ende der toxischen Männlichkeit, die noch immer Politik und Wirtschaft bestimmt.

Mehr als hundert Jahre nach dem Erscheinen hat Ditte Menschenkind nichts von seiner Brisanz eingebüßt. Der Staub, der auf der alten Schwarte lagert, ist der Staub, unter dem sich ein Schatz verbirgt.

Nexö-Haus auf Bornholm

Ditte Menneskebarn: Dänischer Spielfilm von 1946 (Trailer)

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© Conny Vischer
  • Nach der Lesung entspann sich eine angeregte Diskussion. © Conny Vischer
  • Stöbern und Schmökern: Das graue Regenwetter blieb draußen. © H.S. Eglund
  • Knapp fünf Hallen waren mit der Messe belegt. © H.S. Eglund
  • Die Lesefreude des Publikums scheint ungebrochen. © H.S. Eglund
  • Lesen, Hören, Schauen: Die Messe hatte viele Gesichter. © H.S. Eglund
  • Überall stießen Besucherinnen und Besucher auf spannende Publikationen. © H.S. Eglund
  • Auftritt von Autorinnen und Autoren am Stand der Schweizer Buchbranche. © H.S. Eglund
Freitag, 29. März 2024

Leipziger Buchmesse: Publikum nach Ostafrika entführt

Bei seiner Lesung im Budde-Haus fesselte Eglund das Auditorium. Hat Professor Miller die Frühmenschen wirklich gesehen? Nach Textproben entspann sich eine angeregte Diskussion – mit vielen Fragen. Manche wurde beantwortet, manches blieb offen.

Der mondäne Saal im Budde-Haus war gut gefüllt, das Publikum aufgeschlossen. Eine Stunde lang las H.S. Eglund aus seinem Roman Die Nomaden von Laetoli. Anschließend entwickelte sich ein inspirierender Gedankenaustausch.

Beim Signieren von Büchern setzte sich die Diskussion fort. Fazit: Ein gelungener Abend, an dem sich das Publikum bereitwillig entführen ließ – nach Laetoli, Aksum und Jambiani.

Leseproben aus dem Roman Nomaden von Laetoli

Messe vom Vorjahr übertroffen

Die Lesung im Budde-Haus am Samstagabend (23. März 2024) setzte den Eindruck fort, der sich bereits in den Messehallen geboten hatte. Vom Start der Buchmesse am Donnerstag (21. März) erlebten die Hallen einen Ansturm, der die Veranstaltung im Vorjahr übertraf. Im Frühjahr 2023 hatte die Messe erstmals nach Corona stattgefunden.

Nomaden von Laetoli: Hören Sie rein!

Bei der Veranstaltung 2024 empfingen mehr als 2.085 Aussteller aus 40 Ländern insgesamt mehr als 283.000 Leserinnen und Leser. Mit 2.800 Veranstaltungen an 300 Orten in der Stadt war das Lesefest Leipzig liest wieder eine der größten Literaturfestivals weltweit.

Buchverkauf belebt die Messe

Seit vergangenem Jahr dürfen die Verlage an ihren Messeständen Bücher verkaufen. Das war vorher nicht erlaubt, wurde aber eingeführt, um die Messe nach der Coronalücke neu zu beleben. Der Buchverkauf hat sich nunmehr fest etabliert, überall bildeten sich lange Schlangen. Auch wenn die Standflächen der (großen) Publikumsverlage deutlich kleiner ausfallen als vor der Zwangspause aufgrund der Pandemie, war der Andrang ungebrochen.

Nomaden von Laetoli im Überblick

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© Sybac Solar/HS/Schindler CES
Samstag, 24. Februar 2024

Mieterstrom – Sitzen Mieter und Vermieter wirklich im selben Boot?

Der zweite Treffpunkt Sonnenbürger in Leipzig bringt Akteure der Energiewende mit Bürgerinnen und Bürgern zusammen. Am 3. April 2024 geht es um diese Fragen: Wann kommt solarer Mieterstrom in den Städten an? Warum legen sich viele Vermieter noch immer quer?

Gastgeber ist Heiko Schwarzburger, Chefredakteur des Fachmagazins photovoltaik. Im soziokulturellen Zentrum Budde-Haus in Leipzig-Gohlis diskutiert er mit Kay Theuer von der Leipziger Firma Priwatt. Das junge Unternehmen ist Pionier bei Balkonsolarsystemen und Anlagen zum Selbstbau.

Kay Theuer von Priwatt: „Wir erhöhen den Eigenleistungsanteil für die Installation”

Neben der sozialen Frage geht es um die Chancen, die sich für Bürgerinnen und Bürger in einer Mieterstadt wie Leipzig ergeben. Auch die Möglichkeiten des Selbstbaus von Photovoltaikanlagen oder die Installation mit Eigenbeteiligung werden debattiert.

Ratgeber 2024: 222 Tipps für solaren Eigenstrom

Die Veranstaltung im Überblick

Mieterstrom – Sitzen Mieter und Vermieter wirklich im selben Boot?
Treffpunkt Sonnenbürger – Mehr Demokratie wagen!
Gespräch und Diskussion am 3.4.2024 ab 19 Uhr
Saal des Budde-Hauses – Soziokulturelles Zentrum Leipzig-Gohlis
Lützowstraße 19, 04157 Leipzig

Hier finden Sie alle Veranstaltungen der Budde-Villa in Leipzig-Gohlis.

Die Veranstaltungsreihe soll Bürgerinnen und Bürger Leipzigs ermuntern, die Energiewende in die eigenen Hände zu nehmen. Sie bringt Menschen und ihre Projekte zusammen, um nützliche Informationen auszutauschen und vorhandene Kompetenzen und Erfahrungen zu nutzen.

Solaranlage mit 16 Kilowatt für das Parthebad in Taucha errichtet

Auch konträre Argumente kommen zur Diskussion. Veranstalter sind das Budde-Haus und das Fachmedium photovoltaik, vertreten durch Chefredakteur Heiko Schwarzburger.

Erster Treffpunkt Sonnenbürger in Leipzig wurde voller Erfolg

© Jürgen Schrödl
Samstag, 17. Februar 2024

Erster Treffpunkt Sonnenbürger in Leipzig wurde voller Erfolg

Sonnenstrom für alle oder nur für Reiche? Unter diesem Motto stand der erste Treffpunkt im Kulturzentrum Budde-Haus im Stadtteil Gohlis. Es wurde rappelvoll und heiß diskutiert. Nun steht der nächste Termin an, am 3. April 2024 am gleichen Ort, zur selben Uhrzeit.

Die neue Veranstaltungsreihe in Leipzig hat erstmals Akteure der Energiewende mit Bürgerinnen und Bürgern zusammen gebracht. Am 14. Februar 2024 ging es um diese Frage: Wie sozial ist Sonnenstrom, oder wie sozial könnte er sein? Der Erfolg der Veranstaltung zeigt: Bei den Bürgerinnen und Bürgern steht das Thema Sonnenstrom offenbar ganz oben auf der Agenda.

Podcast: Darum brauchen wir eine starke Solarindustrie

Gastgeber war Heiko Schwarzburger, Chefredakteur des Fachmagazins photovoltaik. Im soziokulturellen Zentrum Budde-Haus in Leipzig-Gohlis diskutierte er mit Berndt Bauer und Fridtjof Erbs von der Bürgerenergiegenossenschaft Taucha, einer Niederlassung der Energiegenossenschaft Leipzig. Die Genossenschaft hat bereits Anlagen im Selbstbau installiert und verfügt über Erfahrungen mit sozialen Projekten.

Solaranlage mit 16 Kilowatt für das Parthebad in Taucha errichtet

Der große Saal des Budde-Hauses war bis auf den letzten Platz gefüllt. Schnell entspann sich ein Ideenaustausch mit dem Publikum, das Fachleute und Laien vereinte. Nun richten sich die Blicke nach vorn, auf den nächsten Termin:

Mieterstrom: Sitzen Mieter und Vermieter wirklich im selben Boot?
Solare Energiewende – Mehr Demokratie wagen!
Gespräch und Diskussion am 3.4.2024 ab 19 Uhr
Saal des Budde-Hauses – Soziokulturelles Zentrum Leipzig-Gohlis
Lützowstraße 19, 04157 Leipzig

Hier finden Sie alle Veranstaltungen der Budde-Villa in Leipzig-Gohlis.

Dann wird Kay Theuer als Gast auf dem Podium erscheinen. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Leipziger Firma Priwatt, die Balkonsolarsysteme entwickelt und vertreibt.

Ratgeber 2024: 222 Tipps für solaren Eigenstrom

Die Veranstaltungsreihe Treffpunkt Sonnenbürger soll Bürgerinnen und Bürger Leipzigs ermuntern, die Energiewende in die eigenen Hände zu nehmen. Sie bringt Menschen und ihre Projekte zusammen, um nützliche Informationen auszutauschen und vorhandene Kompetenzen und Erfahrungen zu nutzen.

Auch konträre Argumente kommen zur Diskussion. Veranstalter sind das Budde-Haus und das Fachmedium photovoltaik, vertreten durch Chefredakteur Heiko Schwarzburger.

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© Simon Klaus
  • Hinweistafeln am Athabasca Glacier erläutern das Schwinden der Weißen Riesen. © Simon Klaus
  • Der Athabasca Glacier heute: Am Geröllfeld ist deutlich zu erkennen, dass er schrumpft. © Simon Klaus
  • Mit solchen Vehikeln werden die Touristen zur Zunge des Athabasca Glaciers gekarrt. © H.S. Eglund
  • Aufnahme vom Sommer 1993: Deutlich ist zu erkennen, dass damals viel mehr Eis die Berge bedeckte. © H.S. Eglund
  • 1993: Selbst im heißen Sommer verschwand das Eis nie völlig. © H.S. Eglund
  • Die Zunge des Athabasca Glacier reichte 1993 deutlich näher zum Icefield Parkway als drei Jahrzehnte später. © H.S. Eglund
  • 1993 lag die Nullgradgrenze noch etwas über 3.000 Meter. Deshalb blieb der Schnee dort oben auch im Sommer liegen. © H.S. Eglund
  • Blick auf die Zunge des Athabasca Glacier im Columbia Eisfeld anno 1993. © H.S. Eglund
  • Der Athabasca Glacier wird jedes Jahr von Hunderttausenden Touristen besucht. © H.S. Eglund
  • Imposanter Gletscher in den kanadischen Rockies im Jahr 1993. © H.S. Eglund
  • Das Bow Valley im Felsengebirge speist sich aus den hochliegenden Eisfeldern der Gletscher. © Simon Klaus
  • Der Bow River entwässert zur Ostseite der Rockies, in die Prärie von Alberta. © Simon Klaus
  • Steile Felswände markieren die tiefe Schlucht des Bow River. © Simon Klaus
  • Der Bow Lake sammelt das Eiswasser von den Höhen. © Simon Klaus
  • Früher waren die Eispanzer in den Rockies viel mächtiger. Das abfließende Wasser schuf das breite Tal des Bow River. © Simon Klaus
  • Das Felsengebirge entwässert zur Prärie nach Osten, zum Arktischen Ozean nach Norden und zum Pazifik gen Süden und Westen. © Simon Klaus
  • Die felsigen Gipfel des kanadischen Westens schwingen sich bis auf 3.700 Meter auf. © Simon Klaus
  • Die Berge halten den Schnee des Winters lange vor, sodass selbst in den heißesten Sommern ausreichend Wasser zur Verfügung steht. © Simon Klaus
  • Die türkisblaue Färbung weist auf Schmelzwasser hin, das feine Sedimente in den See spült. © Simon Klaus
  • Aus den Bergen kommend, formt das Wasser mächtige Flüsse wie den Mackenzie River oder den Columbia River. © Simon Klaus
  • Der Crowfoot Glacier in den Rocky Mountains hat sich weit auf den Berg hinauf zurückgezogen. © Simon Klaus
  • Der Crowfoot Glacier zieht sich zurück. © Simon Klaus
  • Gut zu erkennen sind die Geröllmassen, die bereits verschwundene Gletscher hinterließen. © Simon Klaus
  • Der weiße Gipfel des Mont Blanc bekommt im Sommer immer größere kahle Stellen. © Simon Klaus
Sonntag, 11. Februar 2024

Gletscher – zum Aussterben verdammt?

Archaischen Bergvölkern galten Gletscher als lebendige Wesen. Sie wachsen, sie bewegen sich, und sie können sterben. Die Altvorderen ahnten: Sind die weißen Riesen einmal tot, schwindet das Wasser. Der eisige Reichtum der Berge weicht grauem, nacktem Fels.

Viel wird über das Sterben der Gletscher gesprochen. Es ist im Gange, jedes Jahr schrumpfen die weißen Kappen der alpinen Gipfel. Die Folge: Die Berge veröden und trocknen aus.

Weltweit speichern die Gletscher rund 70 Prozent des Süßwassers. Die Versorgung von mindestens einem Drittel der Menschheit hängt unmittelbar von ihnen ab – in Europa, in Asien, im Süden und im Norden Amerikas.

Mit eigenen Augen sehen

Vom Sterben lesen, oder es mit eigenen Augen sehen: Das macht einen himmelweiten Unterschied. Vor dreißig Jahren war Eglund erstmals in den Rocky Mountains unterwegs, am legendären Columbia Icefield im Jasper Nationalpark in der Provinz Alberta.

Dort gleitet der berühmte Athabasca Glacier ins Tal, den jedes Jahr Hunderttausende Touristen besuchen. Schwere Gletscherbusse wälzen riesige Pneus über Schotter und Geröll, um die Neugierigen an der Gletscherzunge auszuladen.

Um mehrere hundert Meter geschrumpft

Um etliche hundert Meter hat sich der Gletscher seit 1993 zurückgezogen, legte ein Rampe aus grauem Geröll frei. Noch ist dieser riesige Eisschild rund sechs Kilometer lang und bedeckt etwa sechs Quadratkilometer Fläche. Das Eis ist stellenweise bis 300 Meter dick.

Der Gletscher fällt von 2.700 Metern Höhe auf etwa 2.000 Meter ab und entwässert in den Sunwapta River. Noch kriecht der Gletscher talwärts, immer langsamer, denn seit Jahrzehnten nimmt er ab. Die Sommer sind zu heiß und die Winter zu mild.

Video: Athabasca – ein Gletscher verschwindet (1:21 Min.)

Der Athabasca-Gletscher ist eine von sechs Hauptzungen des Columbia Eisfelds in den östlichen Rockies. Vor noch 125 Jahren stieß er bis an die Linie, die heute der Highway markiert, als Icefields Parkway bezeichnet. Mittlerweile muss man mehr als eine Stunde über scharfkantiges Geröll kraxeln, um die Gletscherzunge von der Straße und dem Parkplatz zu erreichen.

Beeindruckende Szenerie

Die Szenerie ist malerisch: Auf einer Seite ragt der Snow Dome auf, beeindruckende 3.550 Meter hoch. Gegenüber erhebt sich der 3.450 hohe Mount Andromeda. Durch die Klimaerwärmung hat sich der Gletscher weit zurückgezogen und die Hälfte seines Eises verloren.

Das Eisfeld von Columbia umfasst insgesamt 325 Quadratkilometer, das sich vom Jasper Nationalpark bis weit in den südlich gelegenen Banff-Nationalpark erstreckt. Wie Perlen reihen sich hier die höchsten Gipfel des kanadischen Felsengebirges, bis zum 3.747 Metern hohen Mount Columbia.

Acht große Gletscher speisen sich aus diesem Eisfeld. Gen Osten entwässern sie in die Prärie von Alberta und weiter zur Hudson Bay. Gen Norden fließt das Wasser zum Arktischen Ozean und gen Westen zur pazifischen Küste von British Columbia.

Nachschub an Schnee fehlt

Schnee ist das Lebenselixier der weißen Eisriesen. Die Eisfelder von Columbia sind zwischen hundert und 365 Meter stark. Im Winter fallen bis zu sieben Meter Schnee. Damit die Gletscher überleben können, muss mehr Schnee fallen, als wegtaut.

Dieses Gleichgewicht verschiebt sich auf dramatische Weise, wobei der Effekt bereits seit 1850 beobachtet wird. In jenem Jahr endete die sogenannte Kleine Eiszeit. Seitdem steigen die Temperaturen, und der Eisverlust beschleunigt sich.

Eisfelder lösen sich auf

Vor allem die riesigen Eisfelder in Grönland und in der Antarktis geben nach, lösen sich auf. Die Folge sind steigende Meeresspiegel und Veränderungen im regionalen Klima.

Sind die Gletscher intakt, reflektieren ihre blitzenden Eisflächen das Sonnenlicht. Dadurch bilden sich ausgedehnte Hochdruckgebiete. Stößt grauer Fels durch die weißen Spiegel, wird das Abtauen zusätzlich beschleunigt.

Im Bow Valley der Rocky Montains sind die meisten Gletscher schon verschwunden, oder haben sich weit in die Höhen verzogen. Der bekannte Crowfoot Gletscher schrumpft im Hochsommer zum schmutzig-grauen Flickenteppich:

Video: Crowfoot Gletscher – Rückzug in große Höhen (0:47 Min.)

Die Gletscher in den Bergen zerreißen, ihre eindrucksvollen Eisflächen bekommen Löcher und fransen aus. Dagegen erscheinen die Eisfelder an den Polen optisch intakt, als homogene weiße Fläche – obwohl auch sie dramatisch abschmelzen.

Blick auf die Alpen

Man muss nicht in den Westen Kanadas reisen, um das Sterben der Weißen Riesen zu beobachten. Auch in Deutschland gehen die Gletscher zurück. Nur noch vier Eisfelder an der Zugspitze und am Watzmann werden als Gletscher geführt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie bis 2035 verschwunden sein werden.

In den alpinen Lagen der Schweiz ticken die Uhren zwar langsamer. Aber auch hier ist der Schwund nicht zu übersehen. Einer aktuellen Studie zufolge haben die Schweizer Gletscher bis Mitte 2023 etwa die Hälfte ihrer Eismasse verloren. Allein in den vergangenen beiden Jahren sind sie um zehn Prozent abgeschmolzen.

Ausbluten beschleunigt sich

Forscher haben gemessen, dass die alpinen Gletscher seit 2022 so viel Eis verloren haben, wie zwischen 1960 und 1990 zusammen. Das Ausbluten der Gletscher scheint sich dramatisch zu beschleunigen. Manche Gletscherzungen zerfallen und lösen sich auf, kleinere Gletscher sind komplett verschwunden.

Die Eisdicke aller Gletscher in den Schweizer Alpen ist im Durchschnitt um drei Meter geschrumpft. Selbst auf den hohen Kämmen im Wallis und im Engadin schmilzt der Schnee schneller ab, als neuer fällt. Bislang galten die Gletscher über 3.200 Meter Höhe als intakt. Nun nagt der Klimawandel auch an ihnen, wie jüngste Messungen beweisen.

Jedes Jahr 18 Meter weniger

Ein Beispiel ist der Langgletscher am Ende des Lötschentals in den Berner Alpen. Im Jahr 1850 streckte sich die Zunge des Gletschers zwei Kilometer weiter ins Tal als heute. 1933 war er noch gut einen Kilometer länger.

1993 war er noch hundert Meter länger als heute. Jedes Jahr schmilzt er um 18 Meter an Länge ab und schwindet um vier Meter in seiner Mächtigkeit. Denn die Alpen erwärmen sich doppelt so schnell wie der Globus.

Dem Rhein fehlt Schmelzwasser

Ende August 2023 lag die Nullgradgrenze so hoch wie nie zuvor. Sie beschreibt die Höhe über dem Meeresspiegel, wo sich die Luft bis zum Gefrierpunkt abkühlt. Erst in fast 5.300 Metern wurden null Grad Celsius gemessen.

Das liegt gut 500 Meter über dem Mont Blanc, dem höchsten Gipfel der Alpen. Deshalb kommt es kaum noch zu Schneefällen im Sommer, der Nachschub an Schnee ist unterbrochen.

Und: Nördliche und westliche Teile der Alpen entwässern über viele kleinere und größere Bäche und Flüsse unter anderem in den Rhein. Dass der mächtigste Strom Deutschlands im Sommer zunehmend trocken fällt, hat auch mit fehlendem Schmelzwasser aus den Bergen zu tun.

Mont Blanc wird grau

Sichtbar sind die Verluste der Eisschilde überall, besonders eindrücklich am Mont Blanc, dem Weißen Berg, der auf der Grenze zwischen Italien und Frankreich liegt und malerisch über dem Genfer See thront.

Unter dem Eis besteht dieses Gebirgsmassiv aus hartem Granit. Im Norden sind seine Flanken fast vollständig vergletschert. Von Süden gesehen, erscheint der imposante Berg als felsiger Klotz mit steilen Wänden.

Seinen Namen verdankt der Weiße Berg seinen Gletschern. Auf der italienischen Seite reichen sie weit bis ins Tal und sind erstaunlicherweise seit 150 Jahren kaum geschrumpft. Auf der französischen Nordseite gleitet der Glacier des Bossons bei Chamonix nach unten – vom Gipfel bis auf 1.400 Meter. Dieser Gletscher überwindet fast 3.400 Meter Höhenunterschied.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Faktisch ist der gesamte Gipfel von Firn und Eis bedeckt. Galten die Gletscher am Mont Blanc über viele Jahre als stabil, wird seit einigen Jahren ein schleichender Rückgang der Eisdicke gemessen. Ob das ein Trend ist, wagt bislang niemand zu sagen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Aufgrund der markanten Schneekappe ist der Mont Blanc bei gutem Wetter aus großer Entfernung sichtbar, etwa von Sainte-Croix, gut zweihundert Kilometer entfernt an der Schweizer Westgrenze zu Frankreich gelegen. Dann scheint der weiße Gipfel über der blaugrünen Fläche des Genfer Sees zu schweben.

Der Berg der Verfluchten

Im 16. Jahrhundert wurde der Mont Blanc erstmals aktenkundig erwähnt, damals als „Verfluchter Berg“ (Montagne Maudite). Damals galt er als unbezwingbar, launisch und bösartig. In Sagen aus jener Zeit wurden unter seinen Gletschern allerlei Unbill vermutet: Drachen, Geister und gar der Teufel selbst.

Damals glaubten die Leute, dass unterm Eis verfluchte Städte lägen. Gott habe sie für ihren Hochmut und ihre Sünden bestraft. Über Sodom und Gomorra schickte er Säulen aus Feuer und Erdbeben. In die Alpen schickte er dicke Schilde aus Eis.

Aus dem Gletscher wird Toteis

Das raue Eis in stürmischen Höhen war Sinnbild für Tod und Verderben, ist es bis heute. Nun sind es die Gletscher selbst, die sterben. Tot ist ein Gletscher, wenn er so viel Eis verloren hat, dass er zum Stillstand kommt. Wenn seine talwärts gerichtete Bewegung innehält. Dann gilt er nicht mehr als Gletscher, sondern als Toteis.

So starb der Schneeferner auf der Zugspitze, ruht still und bewegungslos, zum Schrumpfen verdammt. Islands imposanter Gletscher Okjökull auf dem Vulkan Ok wurde schon vor zehn Jahren beerdigt. Mit offizieller Zeremonie, mit Ansprachen und Gebet.

Entwarnung nicht in Sicht

Die Zeit der Weißen Riesen läuft ab – weltweit. Was bleibt? Nackte Gipfel und die bange Frage, woher künftig unser Wasser kommt. Das Jahr 2023 war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen von Klimadaten. Entwarnung ist weniger in Sicht als je zuvor.

Gibt es wirklich keine Alternative zur Klimaerwärmung? Gerade das Beispiel der Gletscher zeigt, dass wir faktisch alles wissen, alles messen, alles vorhersagen können. Und doch zu wenig tun, offenbar.

Eine einzigartige Spezies

Mit den Gletschern stirbt eine einzigartige, sehr fragile Spezies, deren Erbgut in keiner Datenbank gesichert werden kann. Wenn die Weißen Riesen verschwinden, ergrauen die Berge. Nackter Fels kann Wasser nicht halten, einstmals grüne Hänge verdorren. Dann steigt die Wüste von den Gipfeln. Das erbarmungslose Monster, das unterm Eispanzer verborgen lauert.

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© Conny Vischer
  • Das Kulturzentrum Budde-Haus befindet sich in einer früheren Industriellenvilla in Gohlis. © H.S. Eglund
  • Das mondäne Foyer des Budde-Hauses mit Zugang zum Saal. © H.S. Eglund
Sonntag, 4. Februar 2024

Nomaden von Laetoli: Lesung & Diskussion am 23. März 2024 in Leipzig

Zur diesjährigen Buchmesse stellt Eglund seinen Roman Nomaden von Laetoli am 23. März 2024 im Budde-Haus in Gohlis vor. Auch neue Skripte kommen zur Sprache. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Die Lesung mit anschließender Diskussion führt H.S. Eglund wie im Vorjahr wieder in den mondönen Saal des Budde-Hauses in Gohlis. Die Veranstaltung findet am 23. März 2024 um 19 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. Für Getränke ist gesorgt.

Die Kulturvilla befindet sich am Gohliser Bahnhof in der Lützowstraße 19 in 04157 Leipzig. Zur Anfahrt werden öffentliche Verkehrsmittel empfohlen. Der S-Bahnhof Gohlis befindet sich fünf Minuten zu Fuß vom Budde-Haus entfernt.

Nähere Informationen zum Veranstaltungsort:

Budde-Haus Soziokulturelles Zentrum Leipzig-Gohlis

Flyer zum Merken und Versenden an Freunde und Bekannte

Der Roman im ViCON-Verlag

Blog & Website des Autors H.S. Eglund

© Gentner Verlag
Freitag, 12. Januar 2024

Ratgeber 2024: 222 Tipps für solaren Eigenstrom

Die Redaktion des Fachmediums photovoltaik hat einen aktuellen Ratgeber erstellt – für private und gewerbliche Solarkunden. Er informiert praxisnah über Photovoltaik, Stromspeicher, elektrische Heizsysteme und E-Mobilität. Der Ratgeber steht zum kostenlosen Download bereit.

Ob eigenen Strom vom Dach fürs Eigenheim oder für Unternehmen, Landwirte sowie Kliniken oder Schulen. Eine Investition in Solarstrom lohnt sich mehrfach. Mit einem kundigen Planer und Installateur lassen sich selbst komplexe Versorgungskonzepte bedarfsgenau planen, installieren und nutzen – um die Energiekosten nachhaltig zu senken.

Anstehendes Solarpaket und Abbau von Hürden

Der Solarkunde sollte wissen, was er braucht und die richtigen Fragen stellen. Dabei hilft der Ratgeber 2024 mit Tipps zu verschiedenen Aspekten der solaren Energieversorgung rund um die saubere Versorgung mit Strom, Wärme und Mobilität.

Treffpunkt Sonnenbürger: Sonnenstrom für alle oder nur für Reiche?

Zudem wurde eine Übersicht über die finanzielle Förderung und deren Anlaufstellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz erstellt. Es wird erklärt, welche Rechte und Pflichten mit dem Betrieb von Solaranlagen verbunden sind. Das EEG 2023, steuerliche Vereinfachungen und das anstehende Solarpaket wurden berücksichtigt.

Möglichst hohe Autarkie erreichen

Das Themenspektrum des Ratgebers umfasst Photovoltaik, Solarstromspeicher, solarelektrische Raumwärme und Warmwasser, Kühlung, Lüftung und Kältetechnik, Elektromobilität, Brennstoffzellen und BHKW, Preisinformationen, Rechte & Pflichten sowie Steuertipps. Ein umfangreiches Adressverzeichnis für Installateure und Planer erleichtert die regionale Suche und Kontaktaufnahme.

222 Praxistipps zum kostenlosen Download

Der Ratgeber 2024 „222 Praxistipps für Autarkie“ steht online als PDF nach kurzer Registrierung zum kostenlosen Download bereit. Er wurde speziell für private und Gewerbekunden entwickelt und enthält viele Tipps rund um die solare Eigenversorgung.

Neu in dieser Auflage sind umfangreiche Trendberichte zu Balkon-PV, bidirektionalem Laden, elektrischen Direktheizungen (Infrarot) und Gemeinschaftsanlagen. Das Werk hat 185 Seiten.

Hier geht es zum kostenlosen Download (nach Registrierung)

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© Simon Klaus
  • Von oben gesehen schrumpft der Besucherparkplatz auf einen schmalen Streifen. © Simon Klaus
  • Blick in die Maschinenhalle: Die Turbinen befinden sich unterm Boden, der bei Bedarf geöffnet werden kann. © Simon Klaus
  • Das Besucherzentrum auf der Dammkrone. Im Vordergrund ist ein Relief des Einzugsgebiets des Columbia River und seiner Staudämme zu sehen. © Simon Klaus
  • Das Wasserkraftwerk ist in das von Hügeln gesäumte Flusstal des Columbia River eingebettet. © Simon Klaus
  • Rechts ist das Umspannwerk zu sehen, das 16 Kilovolt aus den Turbinen auf 500 Kilovolt fürs Stromnetz bringt. © Simon Klaus
  • Prinzipeller Aufbau der Talsperre: Das Turbinenhaus befindet sich unterhalb der Staumauer. © Simon Klaus
  • Schnitt durch ein Technikmodell: Die spezielle Bauform der Turbine erlaubt es, dass die Generatoren sehr schnell ans Netz gehen, ohne lange Anlaufverluste. © Simon Klaus
  • Ausstellungsstücke aus der Bauzeit des Kraftwerks zwischen 1964 und 1984. © Simon Klaus
  • Modell einer Brennstoffzelle: Hier können Kinder, Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene lernen, wie die Technik funktioniert. © Simon Klaus
  • Prinzip eines Solarmoduls: Fällt Licht auf die Zellen, beginnen sich die Räder der Lokomotive zu drehen. © Simon Klaus
  • Das Bauwerk ist imposant, das Kraftwerk modern und mit 2,5 Gigawatt sehr leistungsstark. © Simon Klaus
  • 1984 ging das Wasserkraftwerk mit vier Turbinen an den Start, 2011 kam der fünfte Generator hinzu. Die sechste Röhre ganz rechts ist noch frei. © Simon Klaus
Sonntag, 7. Januar 2024

Revelstoke Dam: Schaufenster der Energiewende in British Columbia

Das Besucherzentrum der Talsperre bietet tiefe Einblicke in die Stromversorgung Kanadas. Auch neue Technologien wie Solarzellen und Brennstoffzellen werden vorgestellt. Ein Tipp für den nächsten Trip nach Übersee.

Die Talsperre von Revelstoke (Revelstoke Dam) liegt am Transcanadian Highway, zwischen Calgary in Alberta und Vancouver an der Pazifikküste. Unweit befinden sich die berühmten Nationalparks von Banff und Jasper mit uralten Gletschern und Eisfeldern in den alpinen Höhen der Rocky Mountains.

Tausende Besucher kommen jedes Jahr

Revelstoke ist bekannt für sein Wasserkraftwerk, das jedes Jahr Tausende Besucherinnen und Besucher anlockt, sehr oft Familien mit Kindern. Es ist in den warmen Monaten (ab Mai) geöffnet, der Eintritt moderat (acht CAD für Erwachsene/sieben CAD für Kinder ab sechs Jahren, darunter frei).

Das Kraftwerk wurde 1984 fertiggestellt. Es bietet eine Leistung rund 2,5 Gigawatt. Es ist eines der größten und modernsten Wasserkraftwerke Kanadas, es wird vom Regionalversorger BC Hydro betrieben.

Sauberer Strom für Kalifornien

Der Strom wird in die südlich gelegenen Industriezentren auf der US-amerikanischen Seite der Grenze verkauft. Kalifornien ist die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt, der Energiehunger ist gewaltig. Im Sommer werden Überschüsse von kalifornischem Sonnenstrom genutzt, um Wasser in die Talsperre zu pumpen und auf diese Weise die Energie zu speichern.

Kraft des mächtigen Columbia River

Der Revelstoke Dam gehört zu einem weit verzweigten Netz von Talsperren, die das Einzugsgebiet des mächtigen Columbia River für die Stromerzeugung nutzen. Der Columbia führt so viel Wasser und verästelt sich in so viele Zuflüsse und Nebenarme, dass es in Europa kein vergleichbares Flusssystem gibt, von der Wolga abgesehen.

In der kanadischen Provinz British Columbia gibt es vier Talsperren, die den Columbia River regulieren. Die Sperrwand von Revelstoke ist 175 Metern hoch, sie wird durch einen Erddamm mit 122 Metern am Westufer des Flusses flankiert.

Sechste Turbine für spätere Erweiterungen

Die Turbinenhalle befindet sich unmittelbar unterhalb der Staumauer. Dort laufen fünf Generatoren mit je 16 Kilovolt Spannung, die jeweils 460,75 Megawatt leisten. Eine sechste Röhre wurde als Leerröhre eingebaut, für spätere Erweiterungen.

Derzeit wird diskutiert, eine sechste Turbine in den Schacht zu hängen. Denn der Westen der USA und Kanadas braucht mehr Strom, vor allem für E-Autos. Nirgendwo ist die Dichte an Tesla-Fahrzeugen höher als in den US-Staaten Kalifornien und Washington sowie in British Columbia.

Mit 500 Kilovolt ans Stromnetz angeschlossen

Das Wasserkraftwerk ist an das Stromnetz mit 500 Kilovolt angeschlossen. Es bietet zudem ein informatives Informationszentrum zur Geschichte des Dammes. Die kleine, feine Ausstellung liefert zahlreiche Erläuterungen zur Technik und zur wirtschaftlichen Rolle der Wasserkraft sowie zur Energiewende in Kanada.

Es gibt einen sehr guten Einblick in die Geschichte der Stromversorgung in Regionen, die vor hundert Jahren kaum besiedelt waren. British Columbia ist die Provinz der unwirtlichen Rockies und der Pazifikküste. Dort wird Strom hauptsächlich aus Talsperren gewonnen, ähnlich wie in Norwegen.

Atomkraft in Ontario und Quebec

Die benachbarte Provinz Alberta hingegen nutzt eigene Gas- und Ölvorkommen, um Kraftwerke zu betreiben. In Ontario und Quebec laufen zusätzlich zu den Talsperren einige in die Jahre gekommene Atomreaktoren, um die Industriezentren von Toronto und Montreal zu versorgen. Vor allem die Windkraft – in Ergänzung zur Wasserkraft – ist überall in Kanada auf dem Vormarsch.

Zwei Dämme im Verbund

Der Stausee von Revelstoke ist rund 130 Kilometer lang und reicht bis an die höher gelegene Mica-Talsperre. Beide Dämme werden im Verbund betrieben. Drei Viertel des Zuflusses sind regulierte Abflüsse von Mica.

Deshalb operiert das Kraftwerke von Revelstoke meist als Laufwasserkraftwerk, eher selten als Speicherkraftwerk. Normale Schwankungen des Pegels im Reservoir erreichen nur 4,5 Meter.

Website des Revelstoke Dam Visitor Center (BC Hydro)

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© Sybac Solar/HS/Schindler CES
Samstag, 6. Januar 2024

Treffpunkt Sonnenbürger: Sonnenstrom für alle oder nur für Reiche?

Eine neue Veranstaltungsreihe in Leipzig bringt Akteure der Energiewende mit Bürgerinnen und Bürgern zusammen. Am 14. Februar 2023 geht es um diese Frage: Wie sozial ist Sonnenstrom, oder wie sozial könnte er sein?

Gastgeber ist Heiko Schwarzburger, Chefredakteur des Fachmagazins photovoltaik. Im soziokulturellen Zentrum Budde-Haus in Leipzig-Gohlis diskutiert er mit Berndt Bauer und Fridtjof Erbs von der Bürgerenergiegenossenschaft Taucha, einer Niederlassung der Energiegenossenschaft Leipzig. Die Genossenschaft hat bereits Anlagen im Selbstbau installiert und verfügt über Erfahrungen mit sozialen Projekten. Der Eintritt ist frei.

Solaranlage mit 16 Kilowatt für das Parthebad in Taucha errichtet

Neben der sozialen Frage geht es um die Chancen, die sich für Bürgerinnen und Bürger in einer Mieterstadt wie Leipzig ergeben. Auch Möglichkeiten des Selbstbaus von Photovoltaikanlagen oder die Installation mit Eigenbeteiligung werden debattiert.

Ratgeber 2024: 222 Tipps für solaren Eigenstrom

Die Veranstaltung im Überblick

Sonnenstrom für alle oder nur für Reiche?
Solare Energiewende – Mehr Demokratie wagen!
Gespräch und Diskussion am 14.2.2024 ab 19 Uhr
Saal des Budde-Hauses – Soziokulturelles Zentrum Leipzig-Gohlis
Lützowstraße 19, 04157 Leipzig

Hier finden Sie alle Veranstaltungen der Budde-Villa in Leipzig-Gohlis.

Die Veranstaltungsreihe soll Bürgerinnen und Bürger Leipzigs ermuntern, die Energiewende in die eigenen Hände zu nehmen. Sie bringt Menschen und ihre Projekte zusammen, um nützliche Informationen auszutauschen und vorhandene Kompetenzen und Erfahrungen zu nutzen.

Auch konträre Argumente kommen zur Diskussion. Veranstalter sind das Budde-Haus und das Fachmedium photovoltaik, vertreten durch Chefredakteur Heiko Schwarzburger.

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